Vergleich
Dämmstoffe im Vergleich: Mineralwolle, EPS, XPS, PIR
Dämmstoffe unterscheiden sich darin, wie gut sie dämmen, wie sie sich bei Feuer und Feuchtigkeit verhalten und wo sie eingesetzt werden können. Dieser Ratgeber vergleicht die gängigsten Arten und zeigt, wie Sie die nötige Dämmstärke ermitteln.

1. Lambda, R-Wert und U-Wert
Die wichtigste Eigenschaft eines Dämmstoffs ist seine Wärmeleitfähigkeit λ (Lambda) in W/m·K: Je niedriger, desto besser dämmt er. Der Wärmedurchlasswiderstand einer Schicht ist ihre Dicke geteilt durch Lambda: R = d / λ (d in Metern). Zum Beispiel ergeben 10 cm eines Materials mit λ = 0,035 einen Wert von R ≈ 2,9 m²·K/W.
Bauvorschriften legen meist einen höchstzulässigen U-Wert für die gesamte Wand, das Dach oder den Boden fest, der alle Schichten einschließt. Der Dämmungsrechner ermittelt mit dem Lambda Ihres Produkts die Dicke, die für einen Ziel-R-Wert nötig ist.
2. Die wichtigsten Dämmstoffe im Vergleich

| Dämmstoff | λ (W/m·K) | Brandverhalten | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Glaswolle | 0,032–0,044 | Nicht brennbar | Dachboden, Ständerwände |
| Steinwolle | 0,033–0,040 | Nicht brennbar | Wände, Fassaden, Brand- und Schallschutz |
| EPS | 0,031–0,038 | Brennbar | Wärmedämmverbundsystem (WDVS) |
| XPS | 0,029–0,036 | Brennbar | Perimeter, Böden, Flachdächer |
| PIR / PUR | 0,022–0,026 | Brennbar | Dächer, Böden, schlanke Aufbauten |
| Holzfaser | 0,038–0,050 | Brennbar | Holzrahmenbau, Dächer |
Die Werte sind typische Bereiche; verwenden Sie stets den Bemessungswert des Produkts, das Sie kaufen.
3. Mineralwolle (Glas- und Steinwolle)
Mineralwolle entsteht aus geschmolzenem Glas oder Gestein, das zu Fasern versponnen wird. Sie ist nicht brennbar, schluckt Schall sehr gut und lässt sich passgenau zwischen Ständer und Sparren klemmen. Sie muss trocken bleiben, denn nasse Wolle verliert einen Großteil ihrer Dämmwirkung. Tragen Sie beim Zuschneiden Handschuhe, lange Ärmel und eine Staubmaske, da die Fasern Haut und Atemwege reizen.
4. Polystyrol: EPS und XPS

EPS (expandiertes Polystyrol, umgangssprachlich Styropor, mit weißen oder grauen Perlen) ist leicht, günstig und der am häufigsten verwendete Dämmstoff in Wärmedämmverbundsystemen. Graues EPS enthält Graphit und dämmt besser. XPS (extrudiertes Polystyrol, eine glatte, geschlossenzellige Platte) nimmt kaum Wasser auf und ist druckfest; es wird daher im Erdreich, unter Böden und auf Umkehrdächern eingesetzt.
Beide sind brennbar und müssen durch Putz, Platten oder eine andere zugelassene Bekleidung geschützt werden; beachten Sie die örtlichen Brandschutzvorschriften, besonders bei hohen Gebäuden.

5. PIR- und PUR-Platten

Platten aus Polyisocyanurat (PIR) und Polyurethan (PUR) haben das niedrigste Lambda der gängigen Dämmstoffe und erreichen denselben R-Wert daher mit der dünnsten Schicht. Das macht sie nützlich, wo wenig Platz ist, etwa bei Böden oder Dächern. Pro Quadratmeter sind sie teurer und schlucken, wie andere Schaumstoffe, kaum Schall.
6. Holzfaser und andere Naturdämmstoffe

Holzfaserplatten und -matten dämmen pro Zentimeter etwas schlechter, speichern aber Wärme gut, was Dachräume im Sommer kühler hält. Sie sind diffusionsoffen und passen damit gut zu Holzkonstruktionen. Weitere Naturdämmstoffe sind Zellulose, Hanf und Schafwolle; prüfen Sie jeweils Brandschutzbehandlung und Verarbeitungsregeln.
7. So wählen Sie aus
- Zwischen Ständern oder Sparren: Mineralwolle oder Holzfasermatten.
- Außenwände: EPS oder Steinwolle in einem zugelassenen System; Steinwolle dort, wo der Brandschutz es verlangt.
- Im Erdreich und bei Feuchtekontakt: XPS.
- Wenig Platz: PIR.
- Schallschutz zwischen Räumen: Mineralwolle.
Unabhängig vom Material mindern Fugen und Wärmebrücken die Wirkung; verlegen Sie die Dämmung daher dicht und lückenlos.
Häufige Fehler
- Dämmstoffe nach Dicke statt nach R-Wert vergleichen, der vom Lambda abhängt.
- Mineralwolle nass werden lassen oder zusammendrücken, wodurch die Dämmwirkung sinkt.
- Schaumdämmstoffe einsetzen, wo nicht brennbares Material vorgeschrieben ist.
- Fugen zwischen Platten lassen, die kalte Stellen und Kondensat verursachen.
- Im Holzbau die Dampfbremse auf der warmen Seite vergessen.
Häufige Fragen
Welcher Dämmstoff ist der beste?
Den einen besten gibt es nicht. PIR dämmt pro Zentimeter am besten, Mineralwolle ist nicht brennbar und gut für den Schallschutz, XPS ist feuchteresistent und EPS ist für Außenwände am günstigsten.
Was bedeutet der Lambda-Wert?
Die Wärmeleitfähigkeit in W/m·K. Je niedriger sie ist, desto dünner kann die Schicht für dieselbe Dämmwirkung sein.
Wie dick sollte die Dämmung sein?
Das hängt vom Zielwert der örtlichen Vorschriften und vom Lambda des Materials ab. Multiplizieren Sie den Ziel-R-Wert mit Lambda, um die Dicke in Metern zu erhalten, oder nutzen Sie den Dämmungsrechner.
Was ist besser, EPS oder XPS?
XPS ist besser für feuchte oder belastete Bereiche wie im Erdreich und unter Böden; EPS ist günstiger und Standard in Wärmedämmverbundsystemen.
Ist Mineralwolle gesundheitlich unbedenklich?
Ja, wenn sie fachgerecht eingebaut wird. Tragen Sie beim Zuschneiden Handschuhe, lange Ärmel und eine Staubmaske und decken Sie sie nach dem Einbau ab.